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Wolfgang Fritz Haug
Ich habe schon so oft über das vor 18 Jahren begonnene Projekt des Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus gesprochen, geschrieben und publiziert [2], dass die Frage: was kann ich vor einer Gelehrtengesellschaft wie der hier versammelten noch sagen, ohne Eulen nach Athen zu tragen, mich einigermaßen beunruhigt hat. Ich überspringe folglich die im Vorwort zum ersten Band von 1994 geschilderte Geschichte des Projekts, das wie berühmte Vorbilder aus dem Vorhaben hervorging, ein anderes Wörterbuch - hier Georges Labicas Kritisches Wörterbuch des Marxismus - um Supplementbände zu ergänzen. Ich erspare Ihnen auch die Geschichte des unverhofften Erfolgs, der die ersten drei Bände in kürzester Zeit in die zweite Auflage gebracht hat. Kehren wir lieber Probleme nach vorn, darunter auch solche, die wir möglicherweise miteinander haben.
I.
Lassen Sie mich zuerst die merkwürdige Titelformulierung >Eine Welt, in der viele Welten Platz haben<, kommentieren. Sie entstammt dem Diskurs der Zapatistas, deren Aufstand am Tage der Unterzeichnung des Nordamerikanischen Freihandelsvertrags, 1994, einen neuen, damals sagte man: postmodernen Typ der Emanzipations- oder Befreiungsbewegung und dazu ein bisher ungekanntes, sich des Internets bedienender internationaler Solidaritätsbewegung ins Dasein gebracht hat (vgl. dazu Haug 1999). Ein Kontext für die Formulierung von der Welt, in der viele Welten Platz haben, der Matrix eines Multiversums, mit Ernst Bloch zu reden, findet sich in der Segunda declaración de la Selva Lacandona, der Zweiten Erklärung eben jenes Jahres 1994: Es ist dies ein Appell an die mexikanische Zivilgesellschaft, deren spontane
Solidaritätskundgebungen es der Regierung und der Armee unmöglich gemacht hatten, die Zapatistas mitsamt ihrem dörflichen Hintergrund auf die übliche Weise militärisch zu vernichten. Aus den Reihen der Zivilgesellschaft, so diese Erklärung, erwarteten die Aufständischen aus dem südlichen Armenhaus Mexicos den Einsatz für Demokratisierung des gesamten Landes und für soziale Gerechtigkeit.
>No estamos proponiendo un nuevo mundo, apenas algo muy anterior: la antesala del nuevo México.<
Diese im unmetaphorischen Sinn hinterwäldlerische Befreiungsarmee erklärte, nicht an die Macht zu wollen, sondern ihr Leben dafür aufs Spiel zu setzen, die Macht zu demokratisieren. Geöffnet werden sollte ein Raum radikaldemokratischer politischer Auseinandersetzung (211).
Drei Jahre später dann heißt es nun doch, dass wir "wir eine neue Welt erschaffen (müssen)." Aus dem 'keine Welt', bzw. bloße antesale, Vorraum, ist nun die "Eine Welt, in der viele Welten Platz haben", geworden.
Wenn ich nun diese Losung eines unerwarteten revolutionären Pluralismus oder einer pluralen Revolution an den Anfang meiner Bemerkungen, die eine Diskussion einleiten sollen, stelle, so mag das in manchen Ohren nach postmoderner Beliebigkeit klingen. Aber sollte es - und sollte die zapatistische Bewegung - 'postmodern' sein, dann gäbe es offenbar zwei in entscheidender Hinsicht entgegengesetzte Tendenzen hinter diesem Etikett >postmodern<. Denn wir befinden uns hier auf der Gegenseite zur Beliebigkeit, ja, sprechen wir es ruhig aus: zur intellektuellen und ethischen Verkommenheit, die sich lange Zeit unter dem Titel der Postmoderne getummelt hat und die ernsthaften Positionen dieser Richtung mit in Verruf gebracht hat.
Soll also die Rede von der Welt, in der viele Welten Platz haben, nicht heißen, dass "alles" seinen Platz findet im Historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus? Gewiss doch! Fangen wir mit dem Äußerlichen an: Auf der Ebene der Gegenstände findet keineswegs alles Platz, weder Namen - allenfalls in Form von -Ismen, Linien (Brecht-Linie) oder Schulen - noch Ereignisse -- allenfalls solche mit theoretisch aufgeladenem Symbolgehalt (Sturm auf den Winterpalast), keine Geographie (Länder-Sozialismen und -Marxismen) -- allenfalls paradigmatische Sonderfälle oder gegen den spontanen Eurozentrismus gerichtete Nachhilfe-Artikel (arabischer Sozialismus), auch keine akademischen Fächer (Psychologie), allenfalls Richtungen, in denen sich kritische Potenziale geltend gemacht haben (Psychoanalyse, erst recht Freudomarxismus).
Aufgenommen werden mit Krisen- und Kampferfahrungen geladene Begriffe, die mit Erkenntnissen und Debatten verbunden sind. Das sind keineswegs nur die Traditionsbegriffe der alten Arbeiterbewegung, womöglich sogar nur bestimmter Strömungen derselben; sondern hier geht es um die zu einem erheblichen Teil sogar relatriv neue Lexik, die sich an den großen Krisenfeldern des 20. Jahrhunderts gebildet hat und mit sozialen Bewegungen verbunden ist (Feminismus, Ökologie); wieder andere Begriff reflektieren Aspekte der Krise des sowjetischen Staatssozialismus und seiner Selbstdiagnosen aus der Zeit der Perestrojka (Apathie, befehlsadministratives Regime) oder der Analyse des Fordismus und der Aufkunft des transnationalen High-Tech-Kapitalismus.
Behandelt werden zT. für den gesunden Menschenverstand sonderbar klingende Begriffe wie >Dummheit in der Musik<, jenes Hanns-Eisler-Stichwort, das viel dialektische Weisheiten birgt. Dass ein Begriff wie >Phrase< aufgenommen wird, versteht sich aus dem bei Marx und Engels begonnenen Kampf gegen Phrasen in der Arbeiterbewegung. Doch es werden auch mächtig gewordene Phrasen selbst aufgenomen, wenn die Funktion, die sie hatten, einen relevanten Status besitzt (ehern, ewig) -- oder Topoi (>Eule der Minerva<). Oft entbergen solche Redeweisen geheime Schätze; befragt man sie nur gehörig historisch-kritisch, quellen sie über vor heilsamen Erkenntnissen. Vor allem erlauben sie es, gleichsam hinter die Kulissen der synthetisch-hermeneutischen Groß-Ideen zu gelangen, wie sie etwa die Darstellung in Bottomores Dictionary of Marxist Ideas bestimmen. Dort herrscht ein souverän-freischwebendes Regieren über Ideenkreise. Um dem entgegenzuwirken, stellen wir harte Anforderungen der Philologie bzw. der philologisch gesicherten Materialanalyse. Im Zweifelsfall soll lieber mit dem Nietzscheschen Hammer philosophiert werden als mit der Gadamerschen Wirkungsgeschichte eines Wesens, das gewesen ist.
II.
>Weniger als jedes andere Denken ist das marxistische ein Wörterbuchdenken<, hat Lucien Sève 1980 geschrieben (72). Weder ist es hier mit Definitionen getan, noch mit Ideographie. Unter den Definitionen bewegen sich, wie Brecht sagt, die Dinge fort. Und wenn die Ideen, wie wir von Marx und Engels gelernt haben, keine Geschichte besitzen - zumindest keine endogene -, dann fragt sich doch, wie man die Geschichte von etwas betreiben soll, das keine hat und doch in der Geschichte sich bewegt - und dies nicht nur als ein passiv Bewegtes, sondern als etwas, das sich selbst bewegt, nämlich als Treibendes, mit einer schwachen messianischen Potenz Geladenes, wie Jacques Derrida im Anschluss an Walter Benjamin sagen würde?
Eine der handwerklichen Regeln, mit der wir uns behelfen, lautet etwa: Vor der Definition rangiert die Problematik, auf die ein theoretisch artikulierter Eingriff antwortet, und die Problematik situiert sich in Kämpfen und Krisen. Die Darstellung ist ihrerseits geschichtlich situiert, und ihr Perspektivismus ist nicht nur unvermeidlich, sondern soll mit reflektiert werden.
III.
Eine Ebene, die mir besonders wichtig erscheint, ist diejenige, die man in Anlehnung an Wittgenstein die der philosophischen Grammatik marxistischer Theorie nennen kann. Sie ist in der Regel selber unthematisch, bestimmt aber die Themen und mehr noch die Weise ihrer Abhandlung.
An dieser Ebene kann, nein: darf historisch-kritische Arbeit des Marxismus in unserer Zeit nicht vorbei.
Der Grund lässt sich mit Begriffen ausdrücken, die Hans Heinz Holz vor einem guten Jahr auf der Tagung zu Ehren von Wolfgang Eichhorn ausgeführt hat, um das >Verhältnis von Wahrheit und Geschichtlichkeit< zu reflektieren: >Welt-Ort und Zeit-Stelle< des Projekts, von dem hier die Rede ist.
Holz kommt nach einer glänzenden philosophiegeschichtlichen Rekonstruktion des Problems bei Spinoza und Leibniz zu einer durchaus problematischen 'Übersetzung' in neuere Terminologie: Jede aus einer geschichtlichen Lage hervorgegangene Auffassung der Wirklichkeit ist deren Widerspiegelung und als solche wahr; aber sie ist aufgrund der geschichtlichen Lage mehr oder weniger verzerrt und insofern falsch. Eine Theorie, die die Verzerrung als solche erkennbar macht, vermag die Falschheit des Falschen und damit dessen Verhältnis zum Wahren zu thematisieren; das ist es, was Ideologiekritik leistet und was durch Ideologie-Theorie begründet wird; allerdings muss jede Ideologie-Theorie ihren eigenen geschichtlichen Standort stets reflektieren, wenn sie vermeiden will, verdeckt falsches Bewusstsein mitzuschleppen und zu erzeugen. Deshalb bedarf Ideologie-Theorie einer erkenntnistheoretischen, so wie diese einer ontologischen Fundierung.<
Ich könnte dem folgen - es kommt natürlich auf die Klärung im Einzelnen an - würde Holz nicht die Relativität wie die Wissenssoziologie denken: der jeweilige >Standort< bedingt die >Verzerrung<. Den verzerrenden Standort gleichsam herauszurechnen, soll Sache der Ideologiekritik sein. Diese hat allerdings ihrerseits wiederum einen verzerrenden Standort usw. Mannheim geriet auf den Gedanken der freischwebenden Intellektuellen sich über den Standort erheben. Bei Holz rückt an deren Stelle, in der er, konsequenter als Mannheim, die verblasste Stelle Gottes erkennt, die Philosophie ein. Diese weiß zwar, dass sie die letzte Wahrheit nicht erblicken wird, aber sie weiß dies in prinzipieller Allgemeinheit und ist dadurch auch immer schon am Ziel. Eines der Probleme ist die Statik dieses Modells, die durch das räumliche Ausgangsparadigma und durch dessen Weiterführung in die Erstreckung einer abstrakten Zeitlichkeit bedingt ist. Es ist heimgesucht durch die Vorstellung des leeren Raums und der leeren Zeit. Jede Zeit aber hat ihre qualitativ spezifischen Chancen und Blockaden, und was mehr ist, in ihr wird nicht nur gehandelt, sondern gezweifelt und gestritten. Ort und Zeit allein sagen nurmehr wenig. Vernunft ist nicht Platzhalterin eines Absoluten; sie ist nicht nur parteilich, wie Holz meint, sondern antagonistische Parteien können beide 'vernünftig' sein. Es gibt keine vorherbestimmte Wohlordnung. Ich fürchte, die ontologische Fundierung ist rein hypothetisch oder die gedachten Thaler sollen als wirkliche in Zahlung genommen werden. ich komme auf die Frage unserer qualitativen Zeitstelle zurück, die für unser Projekt nicht vor allem eine Verzerrung, sondern eine Entbergung, eine Freilegung, damit eine verpflichtende Aufgabe praktisch-streitbarer Einmischung bereit hält.
IV.
Nun hat aber Erich Hahn in derselben Veranstaltung gemeint, solche praktisch-streitbare Einmischung produziere Ideologie. Er kennt zwei Ideologiebegriffe: Ideologie = falsches Bewusstsein (Muster Fetischcharakter der Ware) und Ideologie = praktisch-geistige Weltaneignung. Den ersten Begriff nennt er >pejorativ< (das Fremdwörterbuch übersetzt: verschlimmernd; abschätzig, verächtlich), den zweiten >unverzichtbar<. Der Sprachgebrauch sei bestimmt durch >eine tiefverwurzelte Aversion gegenüber dem Phänomen der 'Ideologie', der Verriss des Terminus<. Usw.
Hahn blendet aus, dass alle interessantere Ideologieforschung seit mehr als dreißig Jahren sich jenseits seines Entweder-Oder - falsches vs. zielstrebiges Bewusstsein - bewegt hat. Ich nenne nur die Althusser-Schule, die Gruppe um Stuart Hall am Center for Contemporaneous Cultural Studies in Birmingham, später die Hegemony-Research Group oder das noch immer lesenswerte Buch über Politik und Ideologie im Marxismus des Argentiniers Ernesto Laclau, nicht zu vergessen die im Umkreis Projekts Ideologie-Theorie entstandenen zahlreichen Studien -- ihre Bibliographie füllt 11 eng bedruckte Seiten, und das vor Erscheinen der bahnbrechenden Studien von Teresa Orozco und Jan Rehmann. Zu erinnern ist an meinen Versuch von 1979 über >'Ideologische Verhältnisse' in der DDR-Philosophie< - ideologische Verhältnisse im Doppelsinn verstanden, als Gegenstand von Debatten in der DDR-Philosophie und als Bedingung dieser Debatten. Hier wurde das Ideologische mit Herrschaft, mit ideologischen Mächten oder ideologischen Staatsapparaten usw. zusammengedacht. Das hebt ganz andere Gegensätze ans Licht als den zwischen falschem und richtigem 'Bewusstsein', nämlich den zwischen Herrschaft und Widerstand und den zwischen Hegemonie und Zwang.
Merkwürdigerweise hält Hahn seine Position für eine >hoffnungslose Minderheitenposition<. Er sieht nicht, dass seine Bestimmung harmoniert mit der im Mainstream der US-amerikanischen Politikwissenschaft herrschenden: Ideologies = set of beliefs, values etc. in praktisch-politischer Perspektive. Damit ist alles Interessante am Ideologiebegriff ausgelöscht.
Hahn stützt seine Version auf eine Lektüre des Vorworts von Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Marx fordere dort,>bei geschichtlichen Umwälzungen zu unterscheiden zwischen den Konflikten im Bereich des materiellen Lebens und den 'juristischen, politischen, religiösen, künstlerischen oder philosophischen, kurz ideologischen Formen, worin sich die Menschen' dieser Konflikte 'bewusst werden und sie ausfechten'. Das ist die wesentliche Funktion, die Existenzberechtigung von Ideologien im Geschichtsprozess.< (61)
Zum Vergleich Marx:
Was Hahn als >Konflikte im Bereich des materiellen Lebens< referiert, heißt bei Marx:
>Konflikt zwischen gesellschaftlichen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen<,
anders ausgedrückt:
>Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Überbau langsamer oder rascher um.<
Während Hahn referiert, laut Marx sei
>bei geschichtlichen Umwälzungen zu unterscheiden zwischen den Konflikten im Bereich des materiellen Lebens und den (...) 'ideologischen Formen, worin sich die Menschen' dieser Konflikte 'bewusst werden und sie ausfechten'<,
heißt es bei Marx:
>In der Betrachtung solcher Umwälzungen muss man stets unterscheiden zwischen der materiellen, naturwissenschaftlich treu zu konstatierenden Umwälzung in den ökonomischen Produktionsbedingungen und den (...) ideologischen Formen, worin sich die Menschen dieses Konflikts bewusst werden und ihn ausfechten.<
Marx denkt, wie wir aus seinen Studien wissen, etwa an das antikisierende Selbst(miss)verständnis der Französischen Revolution oder an die Form des Religionskrieges, in der die große englische Revolution ausgefochten worden ist. Sollten wir uns zum Beispiel in marxschen Begriffen des Widerspruchs zwischen einer durch Computerisierung flexibilisierten Technologie, die im Gegensatz zur standardisierten repetitiven Massenarbeit des Fordismus den Arbeiter in eine unvergleichlich strategischere und eingriffsfähigere Position rückt, und den starren Produktionsverhältnissen staatssozialistischen Fordismus bewusst werden, - was wäre das dann? naturwissenschaftlich getreue ... Ideologie?
Oder soll das Bewusst-Werden das Unwesentliche, und das Ausfechten entscheidend sein? Dann würde die naturwissenschaftlich getreue Wahrnehmung dessen, was ist, zur Ideologie, sobald wir daraus praktisch-politische Schlussfolgerungen ziehen? Doch wozu brauche ich dann den Ideologiebegriff? In der Tat hat die Gelehrtenwelt, wo immer dieser totalisierte Ideologiebegriff aufgetreten ist, den Schluss gezogen, dass er nichts mehr besagt, und hat ihn abgeschafft.
Nun könnte sich die naturwissenschaftliche Klasse dieser Sozietät beruhigen bei dem positivistischen Gedanken, dass sie in der reinen Wissenschaft ohne praktische Verzerrung zu Hause sei. Karl Marx, wie Erich Hahn ihn versteht, scheint ihr ein gutes Gewissen dabei zu machen. Doch diesem Schlaf der Vernunft ist mit einem heilsamen Erwachen zu begegnen. Wie heißt es doch in den Feuerbach-Thesen? Es ist bereits eine ideologische Verzerrung, Wirklichkeit primär in der Form des Objekts anzuschauen, statt Wirklichkeits-Erkenntnis als selber wirkend hervorgebrachte Erkenntnis zu begreifen. Das ist die geschichtsmaterialistische Unschärfe-Relation, über die ich in meinem ersten Vortrag vor dieser Sozietät gesprochen habe. [3] Sie schärft das praktische Relativitätsbewusstsein und stellt es zugleich auf einen dynamisierten ontologischen Boden. Nein, für Marx gibt es diese Sonderstellung der Naturwissenschaft nicht. So wenig wie für Goethe. >Dem Tüchtigen bleibt diese Welt nicht stumm.< Die Tüchtig- oder Tätigkeit bringt sie erst zum Sprechen. Sie foltert die Natur, heißt es bei Kant von der Naturwissenschaft. Sie ist also keineswegs unschuldig. Antonio Gramsci erklärt, wie es zur herrschenden Meinung kommt, die Naturwissenschaft bewege sich in einem Jenseits geschichtlicher Praxis, einem unverzerrt-rein-objektiven Raum. Die Technologien sind nicht umstritten, sondern Objekte der Begierde. Daher hat sich das in Europa in den letzten 400 Jahren unvergleichlich vorangetriebene Paradigma der 'Naturbeherrschung' global durchgesetzt: So 'fundamentalistisch' wie sich irgend ein antiwestlicher Widerstand gebärden mag, auf die Produkte avancierter Ballistik will er nicht verzichten, und chemische oder nuklearphysikalische Produktiv- und Destruktivkräfte sind mehr als willkommen. In dieser Sphäre technisch nutzbaren Wissens hat sich die kulturelle Universalisierung und Vereinigung des Menschengeschlechts weitgehend vollzogen. Deswegen erscheint, wie Gramsci sagt, das universell Subjektive als das Objektive schlechthin. Was der kulturellen Vereinigung der Menschen im Wege steht, ist die Herrschaftsförmigkeit von Vergesellschaftung. Sie bildet, als das Spaltende, den Kern, um den herum sich das Ideologische als das herrschaftliche unum ex pluribus ausbildet. In dem Maße, in dem den Gesellschaftsmitgliedern die Mitbestimmung über ihre gesellschaftlichen Lebensbedingungen entzogen wird, richtet das Ideologische sich auf zum Gesellschaftlich-Übergesellschaftlichen, mit Engels zu sprechen, und verankert sich sozialtranszendent in einer übernatürlichen Letztbegründung. Genau deshalb wiederum können ideologische Instanzen antagonistisch reklamiert werden, kann sich also auch Widerstand, ja sogar Revolution durch Berufung auf sie artikulieren. Doch das ist ein anderes Thema. All dies ist bereits in der Deutschen Ideologie und in ihrem Kontext bei Marx angedeutet. Der Artikel Ideologie des HKWM wird u.a. die Aufgabe haben, die Wandlung der Ideologieauffassung im nachmarxschen Marxismus sorgsam zu rekonstruieren, eine Mutation, bei der dem jungen Plechanow eine Rolle zugewachsen ist, während Labriola sich noch sicher war: >Unsere Lehre hat den Blickwinkel jeder Ideologie ein für allemal überwunden.< (1986, 164) Natürlich lässt sich der Sinn des nomadisierenden Ausdrucks Ideologie, für den hunderte von Bedeutungen registriert worden sind, nicht festlegen. Doch der Sinn des marxschen Ideologiebegriffs lässt sich rekonstruieren. Und es trifft sich, dass er den Bedürfnissen heutiger demokratischer Sozialisten, die nicht mehr im Widerspruch zu Marx einen Staat ständig zu stärken in die Pflicht genommen sind, entgegenkommt wie Brot den Hungrigen.
Erich Hahn meint (und diese Auffassung ist im HKWM gleichfalls zu dokumentieren):
>Bestimmte Bewusstseinsinhalte, Auffassungen, Theorien, Werte und Normen, auch Bilder, sind also ideologisch, insofern sie bestimmte gesellschaftliche Funktionen ausüben<.
Aber welche Funktionen? Die der Programmatik einer Partei? Die von Agitation und Propaganda? Die des imaginären oder rundweg illusionären Überschgusses einer sozialen Bewegung? Es scheint, dass für ihn alle praktisch-geistige Weltaneignung eo ipso ideologisch genannt werden soll. Benennen soll der Ausdruck alle
>geistige Gemeinsamkeit, Koordination sozialer Erfahrung, Übereinstimmung von Absichten, Zwecken und Zielen, Koordination in Auseinandersetzungen< (63)
Allerdings heißt es dann: >die immer und zu allen Zeiten auch ideologisch geführt werden<. Möglicherweise denkt er sie also doch nicht als >immer und zu allen Zeiten ideologisch<, sondern nur auch, unter anderem als ideologisch? Aber was wäre dann das Spezifische? Jedenfalls scheint mir: praktisch = ideologisch zu setzen auf eine Weise ideologisch zu sein, die außerordentlich unpraktisch ist.
V.
Welt-Ort und Zeit-Stelle unseres Projekts sind bedingt durch den >Geschichtsbruch<, der überall auf der Welt heute mit dem Fall der Mauer assoziiert wird. Situiert sind wir After the Fall, wie ein Buch von Perry Anderson heißt. Dies ist der lange Moment der Verzerrungen zu Lasten der Besiegten.
>Die Sieger taub und die Besiegten stumm Im Kopf ein Drama für kein Publikum.<
So heißt es, frei aus dem Gedächtnis zitiert, in einem späten Gedicht Heiner Müllers. Jede Zeit-Stelle enthält aber ihre Widersprüche. Die unsrige begründet zugleich mit der Ideologie der Privilegierten und im Gegensatz zu dieser eine privilegierte Position nicht nur für die Beobachtung, sondern auch für die Aktion. Sie nimmt diejenigen, die sich nicht außerhalb der Geschichte des Marxismus stellen, in die Pflicht, die Erfahrungen und die konfligierenden Theorien durchzuarbeiten, die damit verbunden sind. Dem Historisch-Kritischen ist damit in der gegenwärtigen Situation eine Bedeutung zugewachsen, die es nie zuvor gehabt hat. Dem Zeitgeist erscheint vielleicht ein Wörterbuch des Marxismus so unaktuell wie der Marxismus selbst. In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt: marxistisches Denken ist endlich aus der Ewigkeit der Ideologie wieder in die Geschichte geworfen, wo es herkommt. Das Erkenntnisobjekt aber, das es zentral im Auge hat, der Kapitalismus, ist zum erstenmal global herrschend geworden. Der antagonistische Charakter und die Krisenhaftigkeit, ja die, wie wir heute sagen, Nicht-Nachhaltigkeit der kapitalistischen Vergesellschaftungsweise und Naturverhältnisse insgesamt, machen sich heute mit fast endzeitlicher Dringlichkeit geltend. Nur die alten Lösungsversuche und die sie umhüllenden geschichtsphilosophischen Denkmuster tragen nicht mehr. Andererseits hat die von der kapitalistischen Globalisierung und den hochtechnologischen Produktivkräften des sog. Informationszeitalters zum ersten Mal, wenngleich antagonistisch, vereinigte Menschheit bisher keine andere universalistische 'Sprache' hervorgebracht, um die Verhältnisse zu diagnostizieren und einen Ausweg überhaupt diskutierbar zu machen. Auch wenn Marxismus im umfassend-konkreten Sinn: als Resultat der Fusion solcher Theorie mit der modernen Arbeiterbewegung sich heute weitgehend aufgelöst hat, so ist doch marxistische Theorie oder marxistisches Denken für die praktisch-kritischen Intellektuellen auf der ganzen Welt unersetzlich, sollen sie nicht in der herrschenden Ideologie stecken bleiben.
VI.
Entsprechend versteht sich der Doppelsinn des Titels Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus: Marxismus fungiert hier nicht nur im genetivus objectivus, sondern auch und letztlich entscheidend im genetivus subiectivus.
Eine wesentliche Funktion dieses Wörterbuchs des (nicht bloß über den) Marxismus lässt sich daher so bestimmen: Gegenwärtige und künftige Versuche, einer in ihren Naturverhältnissen nachhaltigeren und ihren zwischenmenschlichen Verhältnissen solidarischeren Vergesellschaftung näher zu kommen, sollen in diesem Werk ein vielstimmiges geistiges Universum sowohl vorfinden als auch sich selbst von ihm vorbereitet finden.
Dem historisch-kritischen Verfahren ist unter diesen Bedingungen die Bedeutung einer Enthistorisierung zugewachsen. Zu seinen Aufgaben gehört der Versuch, zur geschichtlichen Repotenzierung marxistischen Denkens beizutragen. Im Vorwort zu HKWM 1 (1994) heißt es:
>Nur wenn dessen ideologisches Sedimentgestein aufgebrochen wird, ist es möglich, menschheitliche Schätze aufklärerischen Wissens und sozialer Phantasie aus ihm zu retten, die mit in den Untergang des in seinem Namen geführten Sowjetreiches gerissen zu werden drohen. Einzig die rettende Kritik, von der Walter Benjamin gesprochen hat, vermag sie wie eine Arche Noah in eine andere Zeit zu tragen.<
Die Reflexionen in diesem Zusammenhang schlagen sich nieder in Titel und Inhalt meines vor vier Wochen im Dietz-Verlag erschienen Buchs: Dreizehn Versuche marxistisches Denken zu erneuern. Michael Brie hat dazu eine sehr bedenkenswerte grundsätzliche Kritik vorgetragen, die in Nr. 241 der Zeitschrift Das Argument nachgelesen werden kann. Da sie auf das Gesamtprojekt des HKWM bezogen werden kann, zitiere ich sie in einiger Ausführlichkeit:
>Es ist der Versuch, einen Theoriezusammenhang hervorzubringen, dem gegenwärtig zwar die Not in der Wirklichkeit entspricht, aber keine die Not wendenden Bewegungen sich auf sie beziehen würden. Sich dieser Tragik bewusst zu sein und doch nicht an ihr zu verzweifeln, sondern aus der unerfüllten Spannung heraus produktive Angebote zu erzeugen, deren Nachfrage mehr als ungewiss ist, ist für viele Generationen kritischer Marxisten die Normalexistenz gewesen. Und vielleicht erklärt vor allem die Furcht davor, sich dieser Tragik auszuliefern, dass sich viele lieber den ideologischen Apparaten des Staatssozialismus und Parteikommunismus unterwarfen, immer in der Hoffnung, die zur Illusion, zur Verblendung, zur selbstgewählten Unmündigkeit wurde, mit diesen Apparaten die Emanzipation doch noch einleiten zu können.<
Michael Brie beschwört mit Recht die vormarxschen Wurzeln und die Vielfalt der Bewegungen für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, sowie, zumal heute, für eine sozial-ökologische Alternative.
>Ihre Geschichte kann und muss wieder mit neuer Macht beginnen. Kann all diese Pluralität ohne Missbrauch und Vergewaltigung der Beteiligten noch glaubhaft unter den Begriff Marxismus subsumiert werden?<
Statt dessen schlägt er vor, den Marxismus im vielströmigen und vielgesichtigen Sozialismus aufzuheben,
>als Sammelbegriff aller Bewegungen, die Menschenrechte von unten für jede und jeden einfordern, sich dabei auf reale sozial-emanzipative Bewegungen beziehen und deren Forderungen Ausdruck zu verleihen suchen, und kritischen Theorien, die die positivistische Verklärung der seienden Verhältnisse als einzig möglicher Verhältnisse aufbrechen. Marx selber war zweifelsohne jener, der in einer besonderen Situation das historisch bedeutungsvollste Paradigma einer solchen Verbindung zu schaffen suchte. Aber eine Universalisierung dieses konkreten Paradigmas zu konkret-historischen Formen eines sozialistischen Projekts könnte ein Schritt in neue Räume hinein, zu neuer konkreter Wirkungsmacht bedeuten. Es könnte eine Befreiung sein, vom Marxismus zum Sozialismus überzugehen. Es könnte ein Gewinn sein, würde der Marxismus nicht etwa beseitigt, verdrängt, vergessen, aber eben auch nicht bloß bewahrt und konserviert, sondern aufgehoben werden in einem erneuerten sozialistischen Projekt.<
Der Zeitrahmen verbietet mir, Bries Einwände, vor allem seine Marxkritik, in der nötigen Präzision und Ausführlichkeit zu zitieren. Während ich sage, unkritisch an Marx anzuschließen, sei für einen Marxisten ausgeschlossen, meint er, ich würde durch den historisch-kritischen Umgang mit Marx bereits den Weg in den Postmarxismus bereiten. Vielleicht werden manche das so auffassen. Ich glaube indes, dass marxistisches, die Produktionsweise mit ihren ökonomischen Formen und in ihrer Dynamik in einzigartiger Klarheit begreifendes Denken, der unabdingbare kognitive Kompass ist, ohne den Sozialismen vom Weg abkommen. >Marokko muss sozialistisch sein in seiner Erscheinung und kapitalistisch in seinem Wesen<, hat der dortige König einmal gesagt. Wo immer Sozialisten damit nicht zufrieden sind, werden sich die Entschiedensten unter ihnen wieder als Marxisten verstehen.
VII.
Historisch-kritisch bedeutet also nicht vor allem die säuberliche Herauspräparierung und Quellensicherung eines Stücks vergangener Geschichte. Das HKWM ist nicht Archiv, sondern Arche, nicht historische Ablage, sondern geschichtliche Wiedervorlage. Funktionen eines Archivs erfüllt es allenfalls insofern, als auch die Arche Noah eines ist: sie muss ein Paar von jeder Art über die Flut in ein künftiges Leben tragen.
Mit Benjamin können wir ihren historisch-materialistischen Charakter >als Reaktion auf eine Gefahrenkonstellation (...) begreifen, die sowohl dem Überlieferten wie dem Empfänger der Überlieferung droht< (Gesammelte Schriften V, 594f).
>Die Gefahr droht sowohl dem Bestand der Tradition wie ihren Empfängern. Für beide ist sie ein und dieselbe: sich zum Werkzeug der herrschenden Klasse herzugeben. In jeder Epoche muss versucht werden, die Überlieferung von neuem dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu überwältigen.< (270)
Rettende Kritik ist keine bloße Redeweise für uns. Doch man verstehe Benjamin nicht zu harmlos: Das >destruktive Moment der materialistischen Geschichtsschreibung<, von dem er spricht, ist, auch wenn es manchem weh tun mag, integraler Bestandteil gerade dieser Rettung. Die Gefahr aber, die Benjamin meint, droht heute wieder mit aller Macht, dass der Standpunkt der Sieger dominiert und die Geschichte der Subalternen und ihrer Befreiungskämpfe erneut verdrängt.
Indem wir auf diese Gefahrenkonstellation reagieren, wohnt der Arbeit am historisch-kritischen Wörterbuch des Marxismus die unheimliche Dimension inne, nicht über ihrem Gegenstand, sondern in ihm zu stehen. Sie bildet nicht einfach ab, was außerhalb ihrer und ohne sie existierte, sondern hält ihren Gegenstand gegenwärtig oder ruft ihn in gewisser Hinsicht sogar erst in die Existenz oder nimmt Einfluss auf seine Bildung. Die historisch-kritische Frage nach dem Marxismus, mit der wir an die Geschichte herangehen, ist nicht nur in Bezug auf ihren engeren Gegenstand produktiv. Sie macht es nötig und möglich, die europäische >Geistesgeschichte< anders zu lesen als sonst. Der Vergleich mit dem Ritterschen Historischen Wörterbuch der Philosophie zeigt das schlagend. Wo dieses mitunter Material für Becketts Endspiel zu liefern scheint, ist es beim HKWM, als würde durch die historisch-kritische Frage nach marxistischem Wissen ein anderes geistiges Universum zum Auftauchen gebracht, das es zuvor so nicht gab - auch nicht in irgendeiner der Traditionslinien des Marxismus selbst. Das ist es ja auch in der Sicht Benjamins: ausgehend vom geschichtlichen Gefahrenmoment, der uns wie der uns angehenden Überlieferung droht, führt historisch-materialistische Kritik zu einer >zunehmenden Verdichtung (Integration) der Wirklichkeit (...), in der alles Vergangene (zu seiner Zeit) einen höheren Aktualitätsgrad als im Augenblick seines Existierens erhalten kann.<
Diese Arbeit wagt, in Umstrittenes einzugreifen. Die bloße Tatsache, es zu machen, und es so zu machen, stellt einen Eingriff dar, der, weil richtungsweisend, in die tabuierte Dimension der Hybris vorstößt. Es wäre klüger, dabei eine Maske zu tragen wie die Zapatistas. Das aber wäre unserem Gespräch nicht förderlich. Wie bei Brecht der Schauspieler sein Spiel >auffällig< machen muss, sollte es ja in diesen einleitenden Bemerkungen darum gehen, die Arbeit des Wörterbuchmacher auffällig, ja angreifbar, kurz: diskutierbar zu machen.
Was also meint es, das HKWM als >eine Welt, in der viele Welten Platz haben<, zu bezeichnen? Gemeint ist ein pluraler multizentrischer Marxismus, das marxistische Erbe in seiner Vielfältigkeit, -- aber mit starken Kriterien. Was nicht in Frage kommt: Fertigmachen oder Totschweigen. Es herrscht Argumentationszwang und Zitiert- & Nachweispflicht.
Für die eine >Stelle, von der alle Antworten kommen<, um es noch einmal mit den Worten der Zapatistas zu sagen, gibt es Platz einzig unter den Gegenständen historischer Kritik; auf der Autorseite, als Darstellungsmuster, hat sie kein Recht. Der Herausgeber und das Diskussionsnetzwerk der Wörterbuch-Werkstatt nehmen die >eine Stelle< einzig in Anspruch, genau hierfür zu sorgen.
1 Vortrag in der Leibniz-Sozietät am 21. Juni 2001.
2 W.F.Haug, "Der unheimliche Doppelsinn eines Historisch-kritischen Wörterbuchs des Marxismus", in: Das Argument 229, 41. Jg., H. 1, 1999, 91-96. Zuletzt: Ders., "El proyecto del Diccionario Historico-Crítico del Marxismo", in: dialéctica, 25. Jg., Nr. 33-34, Frühj. 2001, Puebla/Mexiko, 41-52.
3 Vgl. W.F.Haug, "Philosophieren mit Gramsci und Brecht", in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 19, H. 4, 1998, 97-105.
Erwähnte Literatur
Benjamin, Walter, Gesammelte Schriften, Bde. V.1 u. V.2, Frankfurt/M 1982
Brie, Michael, >Ruhelose Suche. Über Wolfgang Fritz Haugs 'Dreizehn Versuche marxistisches Denken zu erneuern'<, in: Das Argument 241, 43. Jg., H. 3, 2001
Hahn, Erich, >Ideologiebegriffe gestern und heute<, in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 37, Jg. 2000, H. 2, 57-64
Haug, Wolfgang Fritz, >'Ideologische Verhältnisse' in der DDR-Philosophie<, in: Projekt Ideologie-Theorie (Hg.), Theorien über Ideologie, Berlin/W-Hamburg 1979, 3. Aufl. 1986, 82-105
ders., Elemente einer Theorie des Ideologischen, Berlin-Hamburg 1993
ders., >Revolution mit Poesie - Die anti-avantgardistische Politik der Zapatistas gegen den Neoliberalismus und wir<, in: ders., Politisch richtig oder Richtig politisch, Hamburg 1999, 149-170
Holz, Hans Heinz, >Welt-Ort und Zeit-Stelle. Bemerkungen zum Verhältnis von Wahrheit und Geschichtlichkeit<, in: Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät, Bd. 37, Jg. 2000, H. 2, 47-56
Labica, Georges, u. Gérard Bensussan (Hg.), Kritisches Wörterbuch des Marxismus, dt. Fassung in 8 Bänden hgg. v. Wolfgang Fritz Haug, Berlin/W-Hamburg 1983-1989
Labriola, Antonio, Über den historischen Materialismus, Frankfurt/M 1986
Marcos, Subcomandante insurgente, >Der Vierte Weltkrieg hat schon begonnen<, deutsch von Andreas Simmen, Le Monde diplomatique / die Tageszeitung / WoZ, 18.8.1997
ders., Botschaften aus dem Lakandonischen Urwald. Über den Zapatistischen Aufstand in Mexico, Hamburg 1996
Orozco, Teresa, Platonische Gewalt. Gadamers politische Hermeneutik in der NS-Zeit, Berlin-Hamburg 1995
Rehmann, Jan, Max Weber: Modernisierung als passive Revolution. Kontextstudien zu Politik, Philosophie und Religion im Übergang zum Fordismus, Hamburg 1998
Sève, Lucien, Une introduction à la philosophie marxiste, Paris 1980
Zweite Erklärung: Segunda declaración de la Selva Lacandona, in: La palabra de los armados de verdad y fuego, vol. 2, Entrevistas, cartas y comunicados del EZLN (del 4 de marzo al 17 de julio de 1994), Mexiko: Editorial Fuenteovejuna 1995, 208-16
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